Mit Spreewasser getauft …

Spree-Radtour vom 5. - 15. September 2010

Die 6. Ostwärts-Radltour - wie immer von Eugen Dröse geplant und organisiert brachte im September nach Überschwemmungskatastrophen in der Lausitz für 16 Teilnehmer (darunter drei Wiener) passables Wetter bei der Erkundung eines 3-Quellen-Flusses: die Spree.

Vor der Blumenuhr in ZittauZittau in der Oberlausitz - als Startplatz - war noch mit der Beseitigung von Überschwemmungsschäden der Neisse beschäftigt und demzufolge die Zuganfahrt erschwert: Der Haupttrupp kam erst gegen Mitternacht an. Die Stadtbesichtigung am Tag darauf vertiefte das Thema der historischen Fastentücher.

Am Abend fand man sich wieder im 2. Quartier auf der Kottmarhöhe bei einem gesprächigen Wirt. Tag drei führte uns zu allen drei Spreequellen, wobei das Schlitzohr Eugen bei der höchstgelegenen eine touristisch-offizielle Spreewassertaufe eingefädelt hatte, die jedem Teilnehmer ein nasses Haupt und ein Polaroidfoto samt Urkunde einbrachte. Der Tag endete in Bautzen in einer sehr flussnahen und sehr Wasserleid geprüften Pension. Da Eugen Dröse bekannt war, wer in der DU-Mercatorhalle die neue Konzertorgel gefertigt hatte, kam es am 4. Tag zum Besuch des seit 1872 tätigen Bautzener Orgelbauers Eule. Die Betriebsbesichtigung mit der jungen Geschäftsführerin Anne-Christine Eule (in 4. Generation) brachte Erkenntnisse über ein unglaublich vielschichtiges Fertigungsprogramm. Dem schloß sich eine Besichtigung der historischen Bautzener Altstadt an. Der Tag endete mit einem „gesplitteten“ Quartier in den Dörfern Uhyst und Rauden, unweit des Boxberger Braunkohleabbaugebietes.

Zum 5. Quartier auf dem Georgenberg im schon brandenburgischen Spremberg führte die Tour in die Nähe des derzeit größten Braunkohleabbaus Welzow-Süd und zur bekannten Verstromungsanlage „Schwarze Pumpe“ mit 1600 MW und einem ebenso bekannt-berüchtigten Aufkäufer in der DDR-Nachfolge: Den schwedischen AKW-Betreiber Vattenfall.

Der 6. Tag war zunächst in der Anfahrt Cottbus und damit Schloß Branitz vorbehalten, ein ehemaliges Fürst-Pückler-Schloss Branitz bei CottbusDomizil, samt großartigem Park. Der Tag endete 15 Km weiter im Goldenen Löwen von Peitz, dem Tor zum Oberspreewald. Über Burg an der Hauptspree wurde Lübbenau erreicht und damit die obligatorische Kahnfahrt durch diverse Spreearme in das Spreewald-(Touristik-) Dorf Lehde. Eine Sache, die rund 90 Kahnlenkern in Haupt und Nebenberuf. Einkünfte verschafft. Quartier gab’s schließlich in Lübben. Der Unterspreewaldweg führte in das Storchenquartier Schlepzig und in seine bemerkenswerte Fachwerkkirche mit Holzturm und Kanzelaltar. Eindrucksvoll war ein acapella Gesang von Hella und Günter in der historischen Kirche. Der Tag endete im kleinen Werder mit einer Spreebrücke aus Kamerunholz mit einer garantierten Haltbarkeit für 50 bis 70 Jahre.

Nun änderte sich die Wetterlage. Es kamen heftige Schauer auf und dies brachte nasse letzte Tage. Eine längere Tagesstrecke ging über Beeskow und seine beachtliche Michaeliskirche nach Fürstenwalde, eine lebhafte, ehemalige Kreisstadt, mit Bahnanschluss nach Berlin und reichlichem Vorrat an Einbahnstraßen. Über Erkner wurde am 10. Tag der Endpunkt in Berlin-Köpenick erreicht. Über den damaligen Gemeindekassen-Klau durch den auf geputzten „Hauptmann“ vom Schuster Voigt lachte 1906 das ganze Kaiserreich, einschließlich Wilhelm II. Die letzten Kilometer bis zu Spree-Einmündung in die Havel bei Spandau hoben sich die Radler noch auf. Nach dem letzten Quartier fuhr man nach Berlin-Hbf und dann Richtung Heimat.

Es beteiligten sich an der Radtour: Henny Schmidt, Friedl Bayer, Walter u. Veronika Puschmann, Waltraud Winter, Gerd Langner, Klaus u. Helga Kampen, Dieter Langner, Elise Maier, Anne Thurm, Ulla Kemnitz, Magried Mosch, Günter u. Hella Schäftlein. Eugen Dröse (Text & Fotos: G. Schäftlein)

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