Erfurt, Erfurt, ich muss Dich (wieder) lassen …

Thüringens Landesmetropole (200.000 Einwohner) sah im Mai zwanzig SGV-Verbundene aus Duisburg und anderswo im 500.sten Jahr des Auszugs von Martin Luther anno 1511: In den gemeinsam bewohnten, inzwischen jedoch komfortableren Räumlichkeiten des evang. Augustinerklosters fühlten sich alle wohl. Sauwohl. Ringsherum gibt es reichlich Kirchen. Und die wiederum erstklassige „Einführung“ von Eugen Dröse - auszugsweise aus Wikipedia - nennt alleine in der Erfurter Altstadt 22 Gotteshäuser, dazu noch „fünf freistehende Kirchtürme“.

Das Programm für 2 Tage: Dichtgedrängt. Etwas anderes blieb dafür auch nicht anders übrig! Zu Beginn eine fast 2stündige Straßenbahnquerbeetfahrt durchs alt- und neustädtische Stadtgebiet in einem - beurteilt nach dem Kurvenkreischen - der wohl ältesten DDR-Modelle. Von der hübschen, begleitenden Stadtinformantin erfuhr man, warum es in Erfurt rote und blaue Straßenschilder gibt. Die junge, beredsame Dame kannte sich aber auch sonst hervorragend in der älteren wie auch jüngeren Stadthistorie aus.

Mit ihr und dann später auch mit dem gebuchten „Nachtwächter“ ging es an einem Tag gleich zweimal über das Vorzeigeobjekt der Krämerbrücke: Auf 150 Meter Geschäfts-/Wohn-Häuser, erbaut auf Brückenbögen über der Gera-Aue. Selbiger Nachtwächter machte seinem Namen alle Ehre, ging er doch laternenbewehrt mit dem SGV-Trupp durch stillere Winkel, Höfe und Gassen, erklärte reichlich Vergangenes - und erhörte schließlich auch die Bitte von Eugen Dröse, die früh in Duisburg Aufgebrochenen in die Betten zu entlassen.

Der nächste Tag: Fototermin auf der 70stufigen Treppe, hinauf zu Dom und Severikirche: Ein fast weltbekanntes Motiv. Dom-Führung, exzellent, da detailgenau. Im Frühherbst wird Benedikt XVI. hier - aber auch im Augustinerkloster - weilen und in einer evangelischen Stadt daran erinnern, wie eng sie einmal mit dem katholischen, kurfürstlich/fürstbischöflichen Mainz verbandelt war (Wappen!).

Für den egapark - 1961 als iga gegründet – verblieben satte 5 Stunden. Bis heute ein Erfolgsmodell zum Sehen, Staunen und Lustwandeln: Gartenwelt, Stauden- und Gräsergarten, Skulpturen, japan. Fels- und Wassergarten, Kunsthandwerk und Design, Aussichts-/Sternwarteturm, Orchideen/Kakteen, Schmetterlinge, Bienen - und reichlich Tummelplätze für Kinder.

Am Abend: Besuch der Kabarettisten „Die Arche“ im historischen ‚Waidspeicher’. Scharfzüngig, unverblümt, musikalisch wie textlich grandios von nur drei Gestaltern bestritten. Ein Genuss, so die einheitliche Beurteilung. Und da war dann ja auch noch die Predigerkirche im Areal des Augustinerklosters. Sie sah uns überwiegend mehr an ihrem Eingang. Dabei hatte man sich ja eigentlich vorgenommen …


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