Städtereise nach Bamberg

Vier Tage im Mai

Wieder einmal ein guter Vorschlag, Eugen Dröse und seiner Einladung vom 2. bis 5 Mai 2012 nach Bamberg zu folgen. Nicht nur wegen der soeben angelaufenen bayerisch/fränkischen Landesgartenschau. Die Mannschaft war gut gemischt - wenn auch mit einem deutlich weiblichen Überhang (14:7), aufgeteilt auf drei Quartiere. Es waren Tage, eine kräftig-deftige fränkische Küche und Rauchbier sowie „Schwärzla“ kennenzulernen. Und natürlich den Dom, erstgeweiht 1012.

Wallfahrtskirche VierzehnheiligenDer Stadtführer - „Ich heiße Oliver!!!“ - entwickelte viele Worte um den geheimnisvollen Bamberger Reiter, deutelte auch um ein Papstgrab und den Sarkophag des Dom-stiftenden Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde. Dazu kam noch der mehrflügelige Marienaltar des Veit Stoss und das „Fürstenportal“ mit der Zweiteilung der Menschheit in Selige und Verdammte durch den Weltenrichter. Vom profanen Leben der früheren Fürstbischöfe von Bamberg blieb eine Erklärung zu ihrem unvollendeten Residenzschloß und dem jahreszeitlich noch unfertigen Rosengarten. An der geteilten Regnitz erfuhr man einiges über frühere Hochwässer bis in die erste Etage und über die malerischen Fachwerkhäuser der Fischerei-Zeile gegenüber: Klein-Venedig genannt.

Das Alte Rathaus mitten auf der Oberen Brücke ist auch so eine unvermutete Besonderheit. Anderntags stand eineDas Bamberger Rathaus bunte und vielfältig installierte Landesgartenschau im Stadtteil Gaustadt an: Räumlich hervorragend gelöst auf einer seit 1992 industriellen Brache - der Baumwollspinnerei und Weberei ERBA zwischen dem linken Regnitzarm und dem Main-Donau-Kanal. Alles versehen mit Einfällen zur Historie, mit Liegewiesen, reichlichen Spielplätzen (einschließlich Wasserarmen), Kleingärten, Aussichtshügeln, Kunst, herrlichen Blumenbeeten (ohne Rosen) und einem zum Sitzen und Feiern einladenden Eingangsbereich: Das ließ sich Maja Giese an ihrem Geburtstag nicht entgehen mit ihrem gutgefüllten Selbstversorgerrucksack.

Tags später folgte die Truppe dem von früher ortskundigen Klaus Bischoff per Bahn nach Lichtenfels im Obermaintal, um zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und weiter zum „heiligen Berg der Franken“, dem Staffelberg, zu steigen: Mit der obersten Felsstufe bewehrt wie mit einer Festungsmauer. 300 Meter tiefer wartete unten wieder die Bahn in Bad Staffelstein. Der Tag endete mit einem Biergarten-Gelage im Bamberger Alten Klosterbräu an der linken Regnitz. Am 6. Mai feierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick das 1000-jährige der ersten Dom-Einweihung mit seinem Kirchenvolk, aber leider ohne uns. Es war auch der Gedächtnistag für das kaiserliche Stifterehepaar, das kinderlos blieb, aber schon bald nach seinem Ableben heiliggesprochen wurde. Vielleicht deswegen. (Text: Günter Schäftlein, Fotos: Maja Giese / Günter Schäftlein)

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